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Referent an jenem Tag: Arthur Bondar

Am Samstag, dem 09.05.2026, hielt der Autor und Fotojournalist Arthur Bondar einen Vortrag in der Gedenkstätte.

Er gab dabei interessante Einblicke in die sowjetische Kriegsfotografie und einen ihrer spannendsten Vertreter: Olga Ignatovich. Zusammengefasst in fünf Aussagen erfuhr der Besucher an diesem Tag Folgendes:

1. Olga Ignatovich war die Ausnahme von der Regel. Laut Arthur Bondar lassen sich im Zeitraum des Zweiten Weltkriegs nur sieben weibliche Kriegsfotografen in sowjetischen Diensten nachweisen. Sie war nicht einmal Mitglied der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, der Einheitspartei des Landes.

2. Das Mitführen privater Kameras war Rotarmisten im frontnahen Gebiet nicht gestattet. Der Besitz konnte als Kriegsverbrechen geahndet werden und war lebensgefährlich. Damit wollte der Staat sicherstellen, dass nur Motive mit den richtigen Botschaften an die Öffentlichkeit gelangten. Damit kontrollierte er die Wahrnehmung des Krieges im Inland maßgeblich.

3. Als beauftragte Kriegsfotografin der Roten Armee durfte Olga eine Kamera führen und benutzen. Neben den Aufnahmen für sowjetische Tageszeitungen fotografierte sie das, was sie interessierte: Menschen - kleine Soldatentrupps, Kinder, Flieger der Roten Luftwaffe und in ihren Gesichtern Regungen, die den Aufnahmen persönliche Noten verleihen.

4. Olga Ignatovich war eine der ersten Fotografen, die das befreite Konzentrationslager Auschwitz betreten durften. Ihre Aufnahmen dienten als Beweismaterial in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen. Weniger bekannt ist, dass die Rote Armee das Konzentrationslager unmittelbar nach seiner Befreiung selbst nutzte, um Kriegsgefangene zu befragen. Erst danach erlaubte man den Fotografen Zutritt zum Konzentrationslager. Sie fotografierte zudem das Zusammentreffen der großen Militärführer Bradley und Konew an der Elbe im April 1945 sowie den gemeinsamen Umtrunk danach.

5. Olga geriet nach dem Kriegsende schnell in Vergessenheit. Obwohl sie bis 1984 lebte, ist kaum etwas über ihr späteres Leben bekannt. Arthur Bondar, der verschollene Aufnahmen aufzuspüren versucht, erstand auf einem Moskauer Flohmarkt eine Sammlung von Negativen eines zunächst unbekannten Autors. In kleinteiliger Recherche identifizierte er Olga Ignatovich als Urheberin, begann ihr Leben und Wirken zu rekonstruieren und entschloss sich, ihr fotografisches Erbe in einem Bildband zu veröffentlichen.

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Wir bedanken uns bei Arthur Bondar für seinen Vortrag und allen Besuchern für ihr Interesse.

Ihr Team der Gedenkstätte Seelower Höhen


Datum: 11.05.2026


Rechts der neu erschienene Bildband mit Kriegsaufnahmen von Olga Ignatovich

Die Besucher lernten eine fast vergessene Persönlichkeit der Zeitgeschichte kenn



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